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“PULCINELLA” aus Süditalien stammend, ist die Dienerfigur, die ihren bäuerlichen Charakter am längsten und hartnäckigsten erhielt. Über den Ursprung dieser außergewöhnlichen Figur erzählt man folgende Geschichte: Auf der Reise nach Neapel begegnete eine Schauspielertruppe Bauern, die gerade ihre Arbeit auf den Feldern beendeten. Sie konnten nicht umhin, diese mit derben, pfiffigen Bemerkungen zu verspotten, worauf sich einer der Bauern, ein junger, sturer und buckliger Kerl schrecklich erregte, ihnen schimpfend nachlief, zu ihnen auf den Wagen sprang und die Auseinandersetzung mit dem wortgewandten comici aufnahm. Dieser Streit wurde so leidenschaftlich und intensiv, daß der junge Bauer, mittlerweile war man in Neapel angelangt und die Schauspieler begannen ihre Vorbereitungen für die Aufführung, nicht abließ. Er verfolgte seine Gegner letztlich bis auf die Bühne, unbeeindruckt von Stück und Zuschauern. Beim Publikum hatte er ungewollt einen Riesenerfolg, und die Schauspieler beschlossen, ihn in ihre Truppe aufzunehmen.
A. Perrucci (1699) “Die Maske PULCINELLAS - ein Wort, das auf griechisch “Hühnerdieb” bedeutet - schildert die Gestalt eines Bauern aus Acerra, einer antiken Stadt unweit von Neapel. Durch die Verbindung einer tölpenhaften Physiognomie und dem entsprechenden Verhalten wurde PULCINELLA mitsamt seiner Maske und seinem Kostüm aus groben Hanfstoff so populär, daß es beim Karneval jetzt überall von PULCINELLI wimmelt, denn jeder möchte sich unter dieser Larve seinen Spaß machen. Diese PULCINELLI stiften jedoch soviel Unfug, daß es höchst verdienstvolle Tat wäre, sie alle auf die Galeeren zu schicken. Sie nehmen sich in Gegenwart von Damen, Kavalieren und gebildeten Menschen in Wort und Tat solche Frechheiten heraus, daß die Schamlosigkeit der alten Atellanen und die Gemeinheiten der antiken Komödie in Vergleich zu ihrem schädlichen Treiben ganz harmlos wirken würden.”
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